Pot Odds
Die Pot Odds drücken die Lukrativität einer Wette aus. Stellen Sie sich dazu folgendes Beispiel vor:
Sie gehen in eine Spielbank um Roulette zu spielen. Wenn Sie Ihren Chip auf rot oder schwarz setzen haben Sie eine Chance von 50:50 (wenn man mal die Null vergisst). Gewinnen Sie erhalten Sie 100% Ihres Einsatzes. Diese Wette war neutral, das heißt, würde man diese Wette 10 Millionen Mal am Computer simulieren, würden Sie weder verlieren noch gewinnen.
Nun wollen wir die beim Roulette vom Spieler gehasste Null wieder in das Spiel bringen. Da der Null keine Farbe zugeordnet ist, wird der Spieler, egal ob er auf schwarz oder rot gesetzt hat, nichts gewinnen. Der Vorteil liegt also bei der Bank. Wir setzen also nun 1 Euro auf schwarz und haben nun aber eine etwas geringere Wahrscheinlichkeit zu gewinnen -> 48,5%. Nun simulieren wir am Computer 10 Millionen Spiele -> immer setzen wir einen Euro auf schwarz. Danach haben wir also 10 Millionen Euro eingesetzt und wir erhalten durchschnittlich 9,7 Millionen Euro an Gewinn zurück -> macht einen Verlust von 300.000 Euro. Diese Wette war also negativ, auch wenn es nur 3% waren.
Sie dürfen beim Poker nur die Wetten eingehen, die für Sie lukrativ sind, sonst machen Sie auf Dauer Verlust. Vielleicht fragen Sie sich, wo denn dann das Geld herkommt - nun von den schlechten Spielern, die Fehler machen und diese Pot Odds nicht berücksichtigen.
Poker Tipps - Berechnung der Pot Odds / Erwartungswert
Dazu benötigen Sie die Outs und die dazu gehörigen Wahrscheinlichkeiten, wie weiter oben erläutert. Wir berechnen nun die Pot Odds an folgendem Beispiel der Pokervariante Texas Holdem:
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Um das Herz Flush bis zum Ende zu vervollständigen haben wir folgende Outs:
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47 Karten kennen wir nicht
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Es sind noch 9 Karten mit Herz möglich, also 9 Outs
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Durch Turn und River haben wir zwei Chancen, also 18 Outs
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Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie das Flush vervollständigen können, liegt also bei 18:47 bzw. 1:2,61 -> entspricht für jede der beiden noch folgenden Karte jeweils 19, also 38% insgesamt.
Nun kennen wir die Wahrscheinlichkeit. Jetzt müssen wir dies mit dem Pot in das Verhältnis bringen. Dazu müssen Sie feststellen, wie viel Geld im Pot incl. aller Einsätze liegt. Nun multiplizieren Sie diesen Pot mit Ihrer Wahrscheinlichkeit und erhalten den Betrag, den Sie maximal setzen dürfen. Folgendes Beispiel soll das verdeutlichen:
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Es liegen 10 Euro im Pot
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Ein Spieler vor Ihnen setzt 1 Euro
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Sie sind an der Reihe und es liegen 11 Euro im Pot die Sie mit Ihrer Wahrscheinlichkeit multiplizieren. 11 x 0,19 (19% für das Flush in der nächsten Karte) ergeben eine Pot Odds von 2,09 Euro.
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Sie dürfen nun also nur einen Einsatz mitgehen, der kleiner als 2,09 Euro ist. In unserem Beispiel wird 1 Euro von einem anderen Spieler gesetzt, Sie können also mitgehen oder maximal 2,09 Euro selbst setzen, da Ihr Erwartungswert größer und damit positiv ist.
Hier noch ein zweites Beispiel
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Wir sind immer noch bei unserem Flush Draw. Ein Gegner setzt 5 Euro und im Pot liegen bereits 2 Euro.
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Die Potgröße beträgt nun also 7 Euro, multipliziert mit 0,19 (unserer Wahrscheinlichkeit) erhalten wir einen Pot Odd von 1,33 Euro. Das bedeutet, damit die Wette für uns lukrativ ist, sollten wir nicht mehr als 1,33 Euro setzen.
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Da der Gegner 5 Euro gesetzt hat, was höher als 1,33 Euro ist, sollten wir hier nicht mitgehen, da der Erwartungswert negativ ist.
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Würden wir diese Situation 10 Millionen mal am Computer simulieren, würden Sie mehr Geld verlieren als Sie gewinnen. Die Pot Odds sind also enorm wichtig um erfolgreich und damit lukrativ Poker zu spielen.
Zugegeben, auf den ersten Blick ist das Berechnen der Pot Odds starker Tobak, nach einiger Zeit haben Sie aber die Berechnung im Blut und haben eine gute Grundvoraussetzung um erfolgreich Poker zu spielen.
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